Healthloft Sutz: Vom Industriebau zum Wohnzimmer für die Gesundheit

Wie Thomi Holzbau und Schreinerei Gehri die Vorstellungen von Melanie und Thaddäus Schnider umsetzten.

In einer ehemaligen Industriehalle in Sutz, in der zuvor verschiedene CNC-Maschinen liefen, haben Melanie und Thaddäus Schnider das Healthloft realisiert: ein Fitness- und Gesundheitszentrum, das sich eher wie ein Wohnzimmer als wie ein gewöhnliches Studio anfühlen soll. Einen wesentlichen Teil des Innenausbaus in Holz setzte Thomi Holzbau um.

Der neue Innenraum der ehemaligen Industriehalle mit Treppe, Galerie und Rundbogen-Durchgängen.

Kein gewöhnliches Fitnessstudio

Melanie Schnider arbeitet seit über 15 Jahren als Physiotherapeutin und war selbst Profi-Curlerin, zuletzt bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Sie habe immer wieder beobachtet, wie eine verletzte oder kranke Person zu verschiedenen Spezialisten geschickt werde, ohne dass jemand das Ganze sehe. Das wollte sie mit dem Healthloft anders machen. Der Raum sollte einladen statt abzuschrecken, nicht steril und unpersönlich wirken. Als sie das Gebäude vor zwei Jahren zum ersten Mal besichtigte, war für sie sofort klar: gross, hell, luftig, ohne Wände, die etwas vorgeben.

Holz prägt den Raum

Für den Innenausbau erstellte Thomi Holzbau zwischen dem 10. März und dem 29. April 2026 die Innenwände in Holzrahmenbauweise mit einer Verkleidung aus Dreischichtplatten, die Decke über Physioraum und Garderoben aus Vollholz sowie die Treppe mit Wangen aus Dreischichtplatten. Auf diese Holzkonstruktion bezieht sich Schnider, wenn sie den Unterschied beschreibt: Vorher sei die Halle kalt, industriell und leer gewesen, heute sorge die Konstruktion aus Holz für Wärme. Als Herausforderung nennt Thomi Holzbau die Arbeit mit Holz in einem bestehenden Stahlgebäude; aus Sicht der Schreinerei Gehri lag die grösste Schwierigkeit im planerischen Teil, bei der grundsätzlichen Raumaufteilung und Konzeption.

Behandlungsraum mit Holzwänden und Holzdecke.
Behandlungsraum mit Holzwänden und Holzdecke.

Wie ungewöhnlich die Vorstellungen der Bauherrschaft teilweise waren, zeigt Melanie Schniders Einschätzung: «Sie waren enorm zuverlässig, haben auch die verrücktesten Ideen angenommen und umgesetzt, wie ich sie haben wollte», sagt sie. Sie habe eigentlich mit mehr Widerstand gerechnet, weil ein Fitnessstudio oft den Anspruch habe, dass dort alles gleich aussehe. Diesen Anspruch habe Thomi Holzbau nie hineinbringen wollen. Für sie sei das gerade deshalb stimmig gewesen, weil sie etwas Neues schaffen wollte. Andi Stadlin, der das Projekt gemeinsam mit Didier Amstutz leitete, bestätigt das aus seiner Sicht: Es habe ihm Freude gemacht, die klaren Vorstellungen der Bauherrschaft umzusetzen, und das Resultat lasse sich sehen.

Melanie und Thaddäus Schnider im Gespräch an der Theke im Healthloft.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde das Loft eröffnet. Melanie Schnider zieht ihr Fazit: Das Naturholz hole die Menschen anders ab als andere Materialien. Auch aus dem Umfeld komme «unglaubliches Feedback»; viele kämen inzwischen einfach zum Sitzen und Runterfahren vorbei.

Realisiert zusammen mit: Melanie und Thaddäus Schnider (Bauherrschaft) · Schreinerei Gehri, Marc Gehri (Schreinerarbeiten)

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